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Jahresbericht der Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenhilfe e.V.

Zeitraum 01. Januar bis 31. Dezember 2014

Rechtsform

Die Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenhilfe e.V. (ABSH e.V.) ist eine Selbsthilfeorganisation blinder, sehbehinderter und auch sehender Menschen. Insofern trägt der Verein dem Gedanken der Inklusion Rechnung. Das Vereinsgebiet erstreckt sich über ganz Baden- Württemberg.

Gegründet am 12.03.2011 ist die ABSH e. V. seit dem 05.04.2011 im Vereinsregister des Amtsgerichts Balingen mit der Vereinsregisternummer (VR) 706 eingetragen und vom Finanzamt Balingen mit der Körperschaften- (Steuernummer: 53092/99439) als gemeinnützig und mildtätig anerkannt.

Der letzte Körperschaftssteuer- bzw. Freistellungsbescheid wurde am 13. August 2012 für das Jahr 2011 bis 31. Dezember 2016 durch das Finanzamt Balingen erteilt.

Der Verein gliedert sich in zwei Kreis- und sechs Regionalgruppen. Die Kreis- und Regionalgruppen werden von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern geleitet. Alle Leitungen der Untergliederungen sind entweder selbst blind oder sehbehindert oder weisen eine lange Erfahrung im Umgang mit den betroffenen Menschen oder der Leitung von Selbsthilfegruppen auf. Auf Grund des für einen Verein dieser Art sehr geringen Durchschnittsalters seiner Mitglieder wurde am 10.11.2012 eine Abteilung für junge Mitglieder bis 30 Jahre (U30) gegründet und ein vierköpfiges Leitungsteam gewählt.

Aufgaben

Die ABSH e.V. hat die satzungsgemäße Aufgabe, die gesundheitsbezogene Blinden- und Sehbehinderten-Selbsthilfe zu organisieren und die Interessen nicht nur seiner Mitglieder in gesellschaftlicher, sozialrechtlicher, beruflicher und kultureller Hinsicht zu wahren und zu fördern. Ebenfalls unterstützt der Verein auch tätig und aktiv Menschen mit anderen Beeinträchtigungen in allen Lebenslagen.

Dies geschieht im besonderen Maß

  • durch die Einflussnahme auf die Gesetzgebung, soweit davon Behindertengruppen betroffen werden
  • durch den Rechtsschutz, den der Verein als Rechtsbeistand nach § 7 Abs. 2 Rechtsdienstleistungsgesetz seinen Mitgliedern in sozial- und verwaltungsrechtlichen Angelegenheiten gewährt
  • durch die Förderung der sozialen Rehabilitation blinder und sehbehinderter Menschen und von Menschen mit anderen Handicaps, sowie von solchen Beeinträchtigungen bedrohten Menschen und deren Angehörigen
  • durch die Förderung der beruflichen Rehabilitation und der gesellschaftlichen Integration des vorgenannten Personenkreises
  • durch die Mitwirkung bei der Schaffung, dem Ausbau und der Erweiterung von Maßnahmen zur größeren Sicherheit im Bereich des öffentlichen Verkehrs
  • durch die Ausrichtung kultureller Veranstaltungen für den durch den Verein betreuten Personenkreis
  • durch Öffentlichkeitsarbeit sowie
  • durch Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit anderen Behinderten-organisationen und Selbsthilfegruppen.

Mitgliedschaften

Die ABSH e. V. ist Mitglied beim Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband - Landesverband Baden Württemberg e. V.

Organe

Organe des Vereins sind:
1 der Vorstand
2 die Vertreterversammlung
3 der Verwaltungsrat

Vertreterversammlung

Die Vertreterversammlung ist das oberste Organ der ABSH e. V.

Diese wird in der Regel jährlich einmal einberufen. Neben dem Vorstand gehören der Vertreterversammlung die Regional-, Kreisgruppen- und Abteilungsleiter/Innen sowie derzeit 19 Vertreter an, die aus den Reihen der Mitglieder in den Untergliederungen der ABSH e.V. gewählt wurden. Zu den Aufgaben der Vertreterversammlung gehören insbesondere

  • die Entgegennahme des Jahresberichtes sowie die Entgegennahme und die Genehmigung der Jahresabrechnung
  • den Vorstand zu entlasten
  • den Vorstand im Turnus von vier Jahren neu zu wählen
  • die Höhe des Mitgliedsbeitrages festzusetzen
  • über eingebrachte Anträge, soweit sie die allgemeinen Richtlinien der Vereinsarbeit betreffen, zu entscheiden
  • Satzungsänderungen zu beschließen und
  • über wichtige Angelegenheiten für blinde und sehbehinderte Menschen zu beraten und darüber zu entscheiden.

Im Jahr 2014 fand am 24. Mai die ordentliche Vertreterversammlung der ABSH e.V. statt, auf der unter anderem die Jahresrechnung genehmigt, der Vorstand entlastet, das Vorstandsgremium erweitert und der Mitgliedsbeitrag angepasst worden ist.

Vorstand

Der Vorstand bestand bis zur Vertreterversammlung 2014 aus der Vorsitzenden Marita Bürmann-Eigler (sehend), sowie den Beisitzern Hartmut Gerst (blind), Alfred Weggel (blind), Axel Weigel (sehbehindert) und Harald Eigler (blind), der die Schriftführung übernimmt. Neu in das Gremium gewählt wurden am 24.05.2014 Waltraud Engels aus Stuttgart (blind) und Harald Frase aus Karlsruhe (blind). Im September 2014 wurde zudem der designierte Gruppenleiter der Regionalgruppe Stuttgart, Sven Lasar aus Winnenden (sehbehindert) in den Vorstand berufen. Beauftragte des Vorstandes für alle Verwaltungs- und Buchhaltungstätigkeiten ist Frau Bürmann-Eigler, Beauftragter des Vorstandes für Barrierefreiheit ist Hartmut Gerst, Beauftragter für Internet und Computerangelegenheiten (im Innenverhältnis) ist Steffen Rügner, Beauftragter des Vorstandes für Hilfsmittel ist Alfred Weggel. Beauftragte für Diabetes ist Waltraud Engels und Beauftragter für Taubblindheit ist Daniel Zimmermann aus Tettnang, (taubblind).

Herr Harald Eigler führt als Diplom-Sozialarbeiter (FH) mit seiner langjährigen Erfahrung Sozialberatungen und Rechtsvertretungen für die Mitglieder der ABSH e.V. durch. Geschäftsführend sind die beiden gewählten Vorsitzenden jeweils als einzelvertretungsberechtigte Vereinsvertreter. Derzeit – und bis zur ordentlichen Vorstands-Neuwahl 2015 ist Marita Bürmann-Eigler ohne Vertretung. Hier wird im Vertretungsfall der Vorstand von Fall zu Fall entscheiden.

Im Berichtsjahr fanden vier Vorstandssitzungen statt, die jeweils vollzählig besucht waren und zahlreiche Entscheidungen erbracht haben.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat besteht aus den Mitgliedern des Vorstandes, den Leiter/Innen der Kreis- und Regionalgruppen, den Leitungen der Abteilungen und den Beauftragten und ist beratendes Organ des Vereins. Er trifft sich jährlich einmal. Die letzte Sitzung des Verwaltungsrates fand am 24. Mai 2014 in Schömberg statt.

Vereinsbüro

Das Vereinsbüro ist die Verwaltungsabteilung und Anlaufstelle des Vereins.

Buchhaltung, Sachbearbeitung und Beratungsbesuche und –tätigkeiten und Besorgung von Hilfsmitteln des täglichen Bedarfs sind die Aufgaben des Vereinsbüros in Person einer Verwaltungsfachangestellten. Eine zentrale Aufgabe ist auch die Mitgliederverwaltung und die Koordination der Vereinsarbeit. Hier laufen die Fäden zusammen, hier besteht für jedermann die Möglichkeit der Kontaktaufnahme. Auch Kontaktaufnahme und –pflege zu Kooperationspartnern und die Herausgabe der Vereinsmedien erfolgt von hier. Ebenso werden von hier aus Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen organisiert und veranstaltet. Die Mitarbeiter des Vereinsbüros organisieren hier zentral die Selbsthilfearbeit in den einzelnen Untergliederungen. Jeder Gruppenleiter kann hier verwaltungsmäßige Unterstützung bekommen, was für blinde und sehbehinderte Menschen natürlich besonders wichtig ist und auch sehr oft in Anspruch genommen wird.

Von der Möglichkeit, sich als Mitglied des Vereins in blindenspezifischen, rechtlichen Angelegenheiten vertreten zu lassen, wurde auch im Berichtsjahr im erweiterten Umfang Gebrauch gemacht.

Seit dem 01.07.2012 beschäftigt die ABSH e.V. Frau Bürmann-Eigler auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung. Herr Eigler konnte zum 01.10.2012 – zunächst im Rahmen einer von der Deutschen Rentenversicherung finanzierten Probebeschäftigung als hauptamtlich tätiger Diplom-Sozialarbeiter (FH) eingestellt werden. Seit dem 01.01.2013 besteht diese Stelle unbefristet und von der DRV Bund bezuschusst ebenso fort, wie auch Frau Bürmann-Eigler durch Förderung durch das Integrationsamt ihre bisherige geringfügige Beschäftigung in ein Teilzeitarbeitsverhältnis umwandeln konnte.

Am 31. Dezember 2014 gehörten der ABSH e. V. 442 Mitglieder an (399 aktive, 40 passive sowie 3 Ehrenmitglieder). Seit Beginn des Jahres 2015 bis zur Erstellung des Jahresberichts sind bereits wieder 32 neue Mitglieder dem Verein beigetreten. Die Nachfrage und der Andrang nehmen offenkundig weiter ständig stark zu. Dies bestätigt unsere Arbeit ebenso wie die steigenden Spendeneinnahmen, die zur Finanzierung der Personalkosten und von wichtigen Projekten sehr wichtig sind, da die Fördermittel der GKV leider immer noch nicht in angemessener Höhe im Vergleich zu ähnlichen Landesorganisationen fließen. Hier scheint es ggf. so zu sein, als würden die alteingesessenen vergleichbaren Organisationen eine höhere Förderung quasi blockieren, obwohl jene nachweislich ständig stark sinkende Mitgliederzahlen haben.

Sozialabteilung und Rechtsvertretungen

Im Zeitraum 01.01. - 31.12.2014 führte die Sozialabteilung insgesamt 179 persönliche Erst- und Folgeberatungstermine durch, wobei hiervon 153 als Hausbesuche bei den Nachfragenden und 26 im Vereinsbüro stattfanden.

Für die Mitglieder sind im Berichtszeitraum 158 Antragsverfahren erfolgreich durchgeführt worden, 45 weitere sind noch nicht abgeschlossen. Weiterhin wurden 42 Widerspruchsverfahren und sieben Klageverfahren erfolgreich bestritten, 16 Widerspruchs- und 5 Klageverfahren sind noch offen. Im Berichtszeitraum wurde lediglich ein Verfahren verloren. Bei den Verfahren ging es ausschließlich um satzungsgemäße Rechtsvertretungen ausschließlich für die Mitglieder des Vereins nach den Bestimmungen des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG). Außerdem ist es dem Verein im Jahr 2014 gelungen im Rahmen einer Absprache mit dem Regierungspräsidium Stuttgart für gewonnene Widerspruchs- und Klageverfahren pauschale Vorverfahrenskosten, wenn auch in sehr geringem Umfang, geltend zu machen (22,00 €/36,00 € pro Rechtsstreit).

Kreis- und Regionalgruppen

Die Arbeit in den Kreis- und Regionalgruppen konnte im vierten Vereinsjahr erfolgreich weiter aus- und aufgebaut werden. Das Angebot für die Mitglieder reichte von Töpferkursen für seheingeschränkte Menschen, den Mitgliederversammlungen, Ausflügen, Wanderungen, sportlichen Angeboten wie „pullen“, bis hin zu Bildungsreisen.

Wichtig sind auch die in allen Untergliederungen regelmäßig angebotenen und öffentlich ausgeschriebenen Offenen Treffen, d.h. Stammtischterminen mit Referaten oder Hilfsmittelvorstellung, sowie Erfahrungsaustausch mit und ohne Moderation.

Spezielle Fortbildungsprogramme für Hilfsmittelberater und Beauftragte für Barrierefreiheit im Verkehr und DAISY wurden organisiert und gerne angenommen.

Sportlich und künstlerisch begabte Mitglieder werden besonders gefördert (Beatbox, Blindenfußball, Kunst, Musik, Poesie, Literatur, Hörspiele). Es fanden fachliche Schulungen für die Leitungen der Gruppen statt. Der Verein hat seine Untergliederungen im Berichtszeitraum finanziell, verwaltungstechnisch, organisatorisch, fachlich und mit haupt- und ehrenamtlichem Personal unterstützt und insofern die Durchführung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfearbeit in den Regionen und den Interessensgebieten (Abteilung) organisiert und gewährleistet. Insbesondere fand für die ehrenamtlichen Gruppenverantwortlichen u.a. ein komplettes Schulungswochenende in Schömberg bei Balingen statt (23.-25. Mai 2014).

Hier wurde als wichtiges Kriterium die Gemeinschaft geschätzt und gefördert, Informationen und Kenntnisse vermittelt und auch die Leitung von Gruppenveranstaltungen und Beratungssituationen geübt. Diese Schulung vertiefte die Erfahrungen und das im Herbst 2013 Erlernte nachhaltig. Auch für 2915 ist wieder ein Schulungswochenende geplant.

Bei allen Treffen der Untergliederungen sind die Angehörigen der Betroffenen nicht nur willkommen, sondern ausdrücklich erwünscht. Der Bereich der Selbsthilfe für blinde und sehbehinderte Menschen ist im Vergleich zu den meisten anderen Selbsthilfeorganisationen ein von stark eingeschränkter Mobilität und Selbständigkeit geprägter Bereich. Schon aus diesem Grunde ist die Einbindung von Angehörigen mehr als wichtig. Folge dieses Umstandes sind u.a. erheblich höhere Logistik- und Fahrtkosten (Begleitungen).

Kulturelle Betreuung

Menschen mit ähnlichen Interessensschwerpunkten, Talenten oder Neigungen (z.B. Musikanten, Blindenfußballer o. Ä.) haben die Möglichkeiten, sich in Fachgruppen zusammen zu schließen und mit organisatorischer oder logistischer Unterstützung durch das Vereinsbüro Treffen zu organisieren. Bisher hat sich noch keine derartige Fachgruppe konstituiert. Eine solche müsste von Vorstand und Vertreterversammlung dann beschlossen werden. Der Verein unterstützt jedoch die Stärken und Talente seiner Mitglieder und vermittelt derzeit geeignete Angebote bis zur Gründung einer eigenen derartigen Fachgruppe. Auf Grund der großen Nachfrage unter den vielen jungen Mitgliedern wurde bei der Vertreterversammlung 2013 jedoch die Gründung einer Abteilung für junge Mitglieder bis zum Alter von 30 Jahren beschlossen. Das konstituierende Treffen dieser Abteilung fand am 10.11.2012 unter großer Beteiligung in Stuttgart statt, wobei auch ein vierköpfiges Leitungsteam (je zwei junge Frauen und zwei junge Männer) gewählt wurden. Bei der Vertreterversammlung 2013 wurde der Gruppe auf Vorschlag aus deren eigenen Reihen der Name U30 gegeben. Diese Gruppe trifft sich regelmäßig in Stuttgart und macht zusätzliche informelle Veranstaltungen. U.a. war man im Sommer 2013 auf Einladung des Marinevereins Stuttgart auf dem Max-Eyth-See gemeinsam rudern (pullen).

Für das Jahr 2015 wurde eine Kegelgruppe gegründet, die sich im März 2015 erstmals traf. Inwiefern sich daraus eine eigene Vereinsabteilung entwickelt, bleibt abzuwarten.

Kulturelles Highlight 2014 war die vorm Verein organisierte und durchgeführte Exkursion nach Stuttgart, wo die Mitglieder barrierefrei sowohl die Wilhelma besichtigen, als auch eine blindengerechte Führung im Naturkundemuseum erleben konnten.

Öffentlichkeitsarbeit

Im Berichtszeitraum hat sich die ABSH e.V. mit den Kreis- und Regionalgruppen an zahlreichen Veranstaltungen auf kommunaler, aber auch überregionaler Ebene beteiligt. Hierzu zählen „Mein Leben! Balingen“, Fachmesse der Nikolauspflege Stuttgart (Besser-Sehen) in Stuttgart, Beteiligung bei Selbsthilfegruppentreffen in allen Untergliederungen, u.v.m.

Zudem veranstaltete die ABSH e.V. zum zweiten Mal ihre eigene große Fachmesse „Weiter-Sehen 2014“ in Balingen. Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Großen Kreisstadt war das Highlight im Juli 2014 „Autofahren für Blinde“. Darüber hinaus gab es die größte deutsche Hilfsmittelausstellung südlich von Stuttgart, zahlreiche Fachvorträge und Informationen. Es gab eine rege Beteiligung der schreibenden Presse und des Rundfunks.

Ebenso konnte sich die ABSH e.V. bei etlichen Schulbesuchen präsentieren und dabei jungen Menschen das Leben mit Sehschädigung nahebringen und diese sensibilisieren. In vielen baden-württembergweiten Veröffentlichungen in Amtsblättern hat sich der Verein dargestellt, ebenso in mehreren Zeitungsberichten. Ein Flyer besteht bereits seit Sommer 2011. Dieser wurde allerdings in relativ geringer Stückzahl aufgelegt, da zum Zeitpunkt des Druckes die benötigten Mittel noch nicht zur Verfügung standen.

Die nächste Auflage ist in Planung. Seit Mai 2013 ist die Homepage des Vereins im Netz und bietet Interessierten zahlreiche Informationen. Hier haben wir den Krankenkassen zu danken, die dieses Portal durch großzügige Fördermittel mitfinanziert hat! Zunehmend finden uns (Neu-)Betroffene auch über das Kontaktformular unserer Homepage.

Förderung des Vereins

Im Berichtsjahr stellte die ABSH e.V. zahlreiche Förderanträge bei der GKV (§ 20 c SGB V). Dies sind im Einzelnen:

  • Pauschale Vereinsfördermittel:

  • die GKV hat der ABSH e.V. hier zum wiederholten Mal 4.000 Euro zugewandt
  • Projektförderung Fachmesse Weiter-Sehen 2014:

  • Hier haben wir von der DAK und der AOK Baden-Württemberg jeweils 2.500 Euro erhalten
  • Für unser Schulungswochenende haben wir von der AOK 1.100 Euro erhalten
  • Außerdem wurden unsere Gruppen bis auf eine Ausnahme alle im Rahmen der regionalen Pauschalförderung von der GKV bedacht
  • Weiterhin sind dem Verein und den einzelnen Gruppen zahlreiche Einzelspenden in nicht unerheblicher Höhe von Privatpersonen, diversen Hilfsmittelfirmen und Behörden zugegangen
  • Wir danken an dieser Stelle allen unseren Unterstützern.

Vereinsinterne Veröffentlichungen

IIm Zusammenhang mit den zugewandten Mitteln der Projektförderung hat die ABSH e.V. im Jahr 2012 damit beginnen können, ein Vereinsmagazin zu konzipieren und herauszugeben. Dieses erscheint ausschließlich als so genannte DAISY-CD und trägt den Namen „INKLUSIV“. Die erste Ausgabe konnte den Vereinsmitgliedern im Herbst 2012 zugesandt werden. Das Audiomagazin enthält zahlreiche Informationen und Tipps rund um den Verein und das Thema Seheinschränkung.

Die Resonanz der Mitglieder war überwältigend positiv. Im Jahr 2013 sind weitere drei Ausgaben der Inklusiv mit einer Auflage von jeweils 350 und einer Spieldauer von jeweils mehr als sechs Stunden herausgegeben worden. Dasselbe gilt für das Jahr 2014, wobei die Auflage zuletzt auf 500 Exemplare gestiegen ist. Weiterhin informierte der Verein seine Mitglieder – abgesehen von den persönlichen Informationen im Rahmen der jeweiligen Gruppentreffen – in Form von E-Mail-Newslettern und Rundschreiben in Schwarzschrift.

Kooperationen, Partner

IIm Berichtsjahr hat die ABSH e.V. mit zahlreichen anderen Organisationen zusammengearbeitet. An vorderer Stelle sind hier zu die gesetzlichen Krankenkassen, die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg, das Berufsförderungswerk Würzburg, die Nikolauspflege Stuttgart und der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Region Esslingen e.V. zu nennen. Die ABSH e.V. arbeitet beim Kooperationstreffen der Gemeinsamen Servicestelle der DRV BW in Reutlingen ebenso aktiv mit, wie bei der KISS Stuttgart und anderen Selbsthilfezusammenschlüssen. Seit Herbst 2013 ist der Verein Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft für taubblinde Menschen. Gute Partnerschaften bestehen mit den Selbsthilfeorganisationen AMSEL und Deutscher Diabetikerbund.

Aber auch mit mehreren Orientierungs- und Mobilitätstrainern, verschiedenen Hilfsmittelfirmen und etlichen Pflegestützpunkten bestand im Berichtsjahr intensiver und gegenseitig fruchtender Kontakt im Interesse von Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung. Allen unseren Partnern sagen wir an dieser Stelle Dank für die gute Zusammenarbeit im abgelaufenen Jahr.

Zusammenfassung:

Auch im vierten Jahr seines Bestehens hat der Verein trotz knapper finanzieller Mittel wieder sehr viel erreichen und Gutes für die von ihm betreuten Menschen bewirken und bewegen können. Mittlerweile ist die Zahl der Mitglieder baden-württembergweit auf über 400 gestiegen, die Tendenz ist weiterhin stark steigend. Insbesondere wirken sich hier unsere Öffentlichkeitsarbeit und der Umstand aus, dass wir über Mundpropaganda unserer Mitglieder wegen der guten Vereinsarbeit weiter starken Zustrom bekommen. Hierfür ist nicht zuletzt auch die professionelle Arbeit der haupt- und gut geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiter verantwortlich. Dies macht die Qualität des Vereins aus, der stets bestrebt ist in realistischen Beratungen den Betroffenen weiterzuhelfen und hier keine falschen Illusionen zu erwecken. Dies unterscheidet die ABSH e.V. genauso von den meisten anderen Vereinen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe, wie auch der Umstand, dass hier aktiv Hilfestellung gegeben und Selbsthilfearbeit durchgeführt wird und eben nicht nur Mitglieder quasi verwaltet werden. Im Gegensatz zu fast allen anderen Blinden- und Sehbehindertenvereinen in Deutschland, deren Mitgliederzahl seit Jahren regelmäßig rückläufig ist oder doch nur gelegentlich gering zunimmt, steigen unsere Mitgliederzahlen um durchschnittlich ca. 10 Personen pro Monat.

Wenn diese Tendenz so anhält, ist die ABSH e.V. in wenigen Jahren der mitgliederstärkste Verein seiner Art in Baden-Württemberg.
Insbesondere die ständig zurückgemeldete hohe Zufriedenheit unserer Mitglieder, die sich auch nicht zuletzt darin manifestiert, dass wir Dankesbekundungen aller Art – auch durch Familienmitglieder der Betroffenen - erhalten zeigt uns, dass wir mit unserer Art der Arbeit absolut auf dem richtigen Weg sind. Weiteres Indiz hierfür ist auch, dass die ABSH e.V. so gut wie keine Austritte zu verbuchen hat.

Mit dem Leitbild: „Information, Begegnung, Aktivität und Inklusion“ bestreitet die ABSH e.V. neue Wege einer Selbsthilfe, die auch Nicht-Betroffene quasi „mit ins Boot“ nimmt und so mit der Gestaltung des Vereinslebens einen Spiegel der realen Gesellschaft darstellt. Der Verein bildet keine „exklusive“ Gesellschaft von Sehgeschädigten, grenzt nicht aus, sondern inkludiert alle Menschen gleichberechtigt und trägt somit dem Gedanken der UN-Behindertenrechtskonvention Rechnung.

Schön wäre es, wenn die GKV für das Jahr 2015 die erfolgreiche Arbeit der ABSH e.V. endlich mit einem angemessenen Förderbetrag auch honorieren würde. Zwar nehmen durch steigende Mitgliederzahlen und Spendenaufkommen, sowie durch die Unterstützung des Integrationsamtes für die vorhandene Arbeitsassistenz auch die Vereinseinnahmen ständig zu. Die genannten Mittel werden jedoch weiterhin noch für die Deckung der Personalkosten benötigt. So können die übrigen Ausgaben nicht erhöht werden, weitere wichtige Vorhaben damit auch nicht umgesetzt werden. Und zur Deckung der bisherigen Kosten der Vereinsarbeit sind wir weiterhin noch dringend auf die Selbsthilfeförderung der GKV angewiesen. Dabei sollte der Betrag wesentlich höher als regelmäßig in den vergangenen vier Jahren sein. Bei weiterer Zunahme der Mitgliederzahlen wie zuletzt wird sich der Verein bei der derzeitigen Ausgabensituation voraussichtlich bis in ca. 1-2 Jahren tragen können.

Dank

Für all das Geleistete und Erreichte, möchten sich die Unterzeichnerin bei all jenen herzlich bedanken, die durch ihren Einsatz diesen Erfolg erst möglich gemacht haben. Unser Dank gilt jedem haupt- und ehrenamtlich Tätigen, egal ob im Vorstand, als Vertreter, Ausschussmitglied oder als Beauftragter oder Gruppenleiter.

Herzlichen Dank aber auch allen Menschen, die sich entschieden haben, der ABSH e.V. als Mitglied beizutreten und ohne die der Erfolg auch nicht möglich gewesen wäre. Ein Verein ohne Mitglieder funktioniert nicht. Die Wertschätzung, die Sie uns entgegenbringen geben wir mit ganzem Herzen und gerne zurück.

Vielen Dank für das Vertrauen all dieser Menschen in uns und unsere Arbeit. Wir können dies nur zurückgeben, indem wir weiterhin engagiert für alle da sein wollen, um jeden Einzelnen bei Bedarf zu unterstützen. Um die starke Gemeinschaft ABSH e.V. künftig noch stärker zu machen, ist weiterhin viel Einsatz, Engagement und Arbeit erforderlich. Hier ist jede helfende Hand, jede gute Idee, aber auch Kritik wichtig und willkommen.

Wir wollen für unsere Mitglieder da sein und sie stark machen.

Hierfür bieten wir nach Kräften weiterhin getreu unserem Leitbild:

Information, Begegnung, Aktivität und Inklusion.

Dotternhausen, den 23.03.2015

gez. Marita Bürmann-Eigler (für den Vorstand)

 
 
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